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Ausgabe
10
2016


9. A&W-Tag: Der Aufbruch hat begonnen...

Diverses

Professionell, fundiert und mit der richtigen Portion Humor eröffnete Moderator Univ. Prof. Dr. Peter Filzmaier den 9. A&W-Tag – unter dem Motto „Aufbruch in Rot-Weiß-Rot“ – in der Wiener Hofburg.


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Vor Beginn der Fachvorträge begrüßten Philipp Hayder und Stefan Binder, die Geschäftsführer des A&W-Verlages, über 470 Besucherinnen und Besucher. Hayder wies auf die international von den Konzernen erwirtschafteten Gewinne und vor Ort ständig abnehmende Ertragsmöglichkeiten hin. Zentrales Anliegen des A&W-Verlages sei das sich verändernde Geschäft rund um das Auto, wie Binder betonte: Der Verlag mit mittlerweile 9 Medien und 2 gut eingeführten Events habe weitere Projekte in der Pipeline.

 

Individuelle Mobilität werde auch in Zukunft ein zentrales Grundbedürfnis sein und das Auto bleibe ein wichtiges Verkehrsmittel, versicherte Dr. Jost Bernasch, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Virtual Vehicle. Angesichts des Megatrends Urbanisierung – 2050 werden 70 % der Bevölkerung weltweit in Städten leben – werde in das Automatisierte Fahren gigantisch investiert, der Markt sei – im Gegensatz zur Elektromobilität – viel größer: „Es ist nicht entscheidend, wann das vollautomatische Fahren kommt, ich schätze, 2025 bis 2030 wird es unter bestimmten Rahmenbedingungen – etwa auf der Autobahn – möglich sein. Assistenzsysteme werden an Wertschöpfung im Fahrzeug zunehmen, eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle entstehen und die Kunden bereit sein, mehr zu zahlen, was für die Branche auch entsprechende Zuwächse zur Folge haben könnte“, so Bernasch. 

 

Von der Zukunft in die Gegenwart: „Absichtlich und intensiv“ werde von der Politik derzeit gegen das Auto vorgegangen, sagte Prof. Komm.-Rat Burkhart Ernst, BGO des Fahrzeughandels und Vorsitzender der Rainer-Gruppe. Mit dem Verein „Mein Auto“, als deren Obmann Ernst fungiert, bilde man einen Gegenpol zum VCÖ, weshalb wichtig sei, dass der Verein, der auch Endkunden erreichen könne, eine möglichst hohe Anzahl an Mitgliedern gewinne. 

 

Mag. Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria, berichtete in seinem Vortrag von gestiegener Betriebsleistung in der Kfz-Wirtschaft um 1,1 %; bei der Gesamtwirtschaft waren es +3 %. Darin spiegele sich der Einmaleffekt Steuerreform wieder. Es zeige sich aber auch, dass die Konsumenten nicht mehr für Mobilität ausgeben wollen. Über ein positives Eigenkapital verfügten 4 von 5 Unternehmen, 22 % über ein negatives. Der Anteil der Unternehmen mit negativem Eigenkapital sei um 5 % gesunken: „Da haben uns schon Unternehmen verlassen“, so Voithofer.

 

In der anschließenden Diskussion mit Mag. Gregor Strassl (Denzel), Michael Schwaiger (Santander), Komm.-Rat Fritz Unterberger (Unterberger-Gruppe) und Christian Morawa (Auto1.com) waren Autohandel und dessen Finanzierung ein Thema. Komm.-Rat Fritz Unterberger schilderte den Aufbau seiner Unterberger-Gruppe und seine Aktivitäten im Leasing- und Immobiliengeschäft. Für diese Bereiche hätte er es sich aber „nie leisten können, Geld aus dem Autobereich herauszunehmen.“ Als das Best-Practice-Modell von Denzel, erachtet Strassl, zu versuchen, von den Besten lernen zu können: „Wir verkaufen auf der einen Seite 40.000 Autos pro Jahr, andererseits wissen wir, dass die Margen gering sind. Wir orientieren uns daher an den Besten und wollen von diesen lernen.“

 

Als Partner des Handels wurde Auto1.com von Christian Morawa präsentiert. Täglich werden von dem Unternehmen, das in 20 Ländern aktiv ist, rund 1.000 Autos pro Tag angekauft: „Wir bringen das Auto aus dem Privatmarkt wieder zurück zu den Händlern. Wir können die Händler mit Fahrzeugen versorgen, die sie lokal nicht bekommen. Wo finden Sie im Winter ein Cabrio?“

 

Keine Angst, dass die Händler „wegsterben“ hat Michael Schwaiger von Santander: „Wir statten derzeit mehr als 350 Händler mit Kreditfinanzierungslinien aus: einerseits Liquiditätsversorgung des Händlers, andererseits, um dem Kunden die Finanzierung des Fahrzeugs zu ermöglichen.“

 

Positiv blickte Axel Berger, Vorstandsvorsitzender von Car Garantie, in die Zukunft: „Vom heutigen Status mit Blick auf Fahrzeugbestände wird der Verbrennungsmotor auch weiter eine große Rolle spielen“. Es gäbe aber auch großes Potential für Werkstätten, wenn sie sich entsprechendes Know-how im Bereich der immer komplexer werdenden Fahrzeugtechnologien aneigneten. Im Bereich des Autonomen Fahrens würden sich bei Reparaturen weitere lukrative Geschäftsfelder eröffnen. „Das Wichtigste ist das Thema Kundenloyalität, wem es in Zukunft gelingt, Kunden zu binden und die Komplexität zu lösen, der wird gewinnen“, so Berger.

 

Eine Re-Regionalisierung der Reifenspezialisten hat Mathias Heimann, für die Region Europa und beide Amerikas verantwortlicher President von Apollo Vredestein, festgestellt: Es gehe es darum, sich Dienstleistung und Kundennähe vergüten zu lassen: Wer das Geschäft macht hänge davon ab, wer gerade liefern könne. Während andere Leistungen auch vom Kunden erledigt werden könnten, sei der Reifenwechsel nicht so ohne weiteres möglich. „Das macht den Reifen speziell. Und das müssen sich die Reifenspezialisten vergüten lassen!“. Heimann, der die Ganzjahresreifen, die „kein Wunschprodukt der Industrie“ seien, in Österreich künftig vor allem für Kurier- und Flottenfahrzeuge im Stadteinsatz sieht, zeigte Auswege aus der Negativspirale des Überangebots an Reifen, deren Preis durch das Internet gesunken ist: Heimann ist davon überzeugt, dass am Produkt künftig weniger zu verdienen ist als an der Dienstleistung: „Auch Apple besitzt den Kunden. Der ist das Gut der Zukunft“. Apple habe eine Marke und die Technologie – je nachdem was der Kunde erwartet: Es gebe da „keinen Masterplan – je nachdem was den meisten Nutzen bringt!“ kraft der kreativen Schöpfung.

 

 „Die Aufgaben werden sich verändern, aber Sie werden immer Menschen in den Betrieben brauchen“, ist Michael Borgert, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens BBE Automotive, überzeugt. Den Automotive Aftermarket 2025 sieht er vor dem positiven Hintergrund des weiterhin wachsenden Fahrzeugbestands sowie des nach wie vor steigenden Fahrzeugalters. Dennoch müssten sich die Werkstätten auf die Veränderungen des Marktes – vor allem hinsichtlich des durch das Internet gut informierten Kunden – vorbereiten.

 

In der Podiumsdiskussion betonte Daniel Hammerl, Country Manager von Testla Motors Austria, dass er davon ausgeht, dass sich die E-Mobilität rasch durchsetzen wird, wenn die Rahmenbedingungen stimmen; ebenso der Direktvertrieb. smatrics-GF Dr. Michael-Victor Fischer, der künftig von einer Dominanz von Autos mit über 500 km Reichweite ausgeht – und davon, dass es Autohäuser geben wird, die zwar weniger, aber qualifiziertere Arbeit haben werden. Michael Peschek, Geschäftsführer von Point-S, bezeichnete den unkontrollierten Vertrieb als Malheur, und betonte „Fachkompetenz der Beratung macht das Produkt aus!“ Teilehandels-Verbandschef Komm.-Rat Mag. Ing. Berhard Dworak gab zu, dass die kleinen Mitglieder des Autoteilehandels weniger werden, obwohl die Mitgliederzahl aber steige. Er erklärte aber auch, dass die von Amazon gelieferten Teile nicht immer 100%ig seien und empfahl eine Symbiose des Teilehandels mit den Werkstätten.

 

Auf die Bedeutung des Schmierstoffs, der heute für über 60% der Werkstattumsatzes verantwortlich ist, haben die Castrol-Geschäftsführer Sven Seifert und Gerhard Wolf hingewiesen: Seifert strich in diesem Zusammenhang neben der lokalen Wertschöpfung die Herstellerfreigaben der Castrol-Produktpalette, die Markenbildung und den Respekt gegenüber der Umwelt, hervor. Wolf betonte, dass sich die neue Castrol-Vertriebsstruktur, aufgebaut auf langfristige Partnerschaften und regionale Stärke, bewährt habe. Seifert geht davon aus, dass das Geschäft mit Motorenölen bis 2025 für Erträge in der Werkstatt sorgen wird.

 

Vor der Mittagspause übergab Komm.-Rat Friedrich Nagl, Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik, den vor 3 Jahren ins Leben gerufenen „Athena-Preis für besonderes soziales Engagement und Zivilcourage“ an Kevin Jansky vom Technik Center des Magistrats der Stadt Wien (MA 48). Jansky ermöglichte mit seinem Einsatz für das Projekt „Kids for Freedom“, dass bedürftige Kinder eine Woche Urlaub auf einem Segelschiff verbringen konnten.

 

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