Ohne Auto geht es – vor allem im ländlichen Raum – nicht. Das sehen selbst die von manchen Vertretern der Autobranche noch als natürliche Feinde identifizierten Grünen. Wenn die Autobranche also im Bereich Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Emissionen nicht alles falsch macht, werden wir das (zukünftig elektrische) Auto weiter gut nutzen dürfen. Das ist die erste erfreuliche Nachricht.

Die zweite ist, dass es – trotz immer stärkerer Online-Komponente – den Händler weiterhin braucht, und zwar als allwissender Mobilitätspartner, von Beratung, Finanzierung, Versicherung, Zubehör, Erklärung (vor und nach dem Kauf) sowie Betreuung. Und dass der Erfolg nur über den Händler läuft, spüren derzeit besonders die neuen Marken.

Gleichzeitig ist es offensichtlich, dass die Zeiten nicht nur für die Hersteller, sondern auch für den Autohandel äußerst herausfordernd sind. Zur generellen Verunsicherung der Kunden (Inflation, Kaufkraftverlust, Antrieb, Job und Wirtschaft allgemein) und damit schwachen Verkaufszahlen kommen der Fachkräftemangel und die Finanzierungs-Problematik. Man muss lediglich die deutlich gestiegenen Fahrzeugpreise mit den zuletzt sehr hohen Zinsen multiplizieren und erkennt, dass sich das mit den bestehenden Finanzierungsrahmen nicht mehr ausgehen kann.

Hier sind Händler im Agentur-Vertrieb natürlich im Vorteil, aber das Thema ist zuletzt ziemlich eingeschlafen. Viele Hersteller sehen jetzt die hohen Kosten, die ein Händler beim Neuwagen-Verkauf trägt, und die auf den Hersteller übertragen würden. Zudem kann der Vermarktungsdruck beim Agentursystem nicht so stark aufgebaut werden. Die Umstellung wird bei vielen Marken daher aufgeschoben.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Um auch weiterhin gemeinsam erfolgreich zu sein, bedarf es – mehr denn je – einer effizienten, intensiven und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, mit dem obersten Ziel, viele Autos zu verkaufen. Folgende Punkte sind dabei entscheidend:

- Volle Kooperation in der digitalen Customer-Journey, um selbige effizient und ohne Medienbruch zu realisieren. Von beiden Seiten!

– Ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität und deren konsequente Umsetzung, von beiden Seiten. 2025 wird dafür ein sehr wichtiges Jahr.

– Seitens des Herstellers braucht es ein klares Bekenntnis zum Verkauf bzw. die Auslieferung und Betreuung über den Händler.

– Sofern kein Agentursystem umgesetzt wurde, braucht es derzeit intensive Unterstützung in der Lagerfinanzierung.

– Es darf keine neuen (Investitions-)Belastungen durch die Importeure geben, keine Erhöhung der Standards.

Edelsbrunner: Jetzt ist die falsche Zeit

„Jetzt ist die falsche Zeit für neue Standards,“ hat Bundesgremialobmann Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner am A&W-Tag und in einem Kommentar in der AUTO-Information gesagt. „Dem Kunden ist es egal, ob die Fliesen jetzt grau oder dann blau sind.“

Beide Seiten müssen auf derselben Seite am gleichen Strang ziehen. Denn jetzt ist die falsche Zeit für neue Standards, für weitere Belastungen der Betriebe, für mühsame Vertragsdiskussionen und unrealistische Ziele. Jetzt ist die Zeit für noch intensivere Zusammenarbeit, im Interesse von Händler UND Hersteller!