„Benziner und Hybrid gewinnt, Elektro verliert“, so lautet die Schlagzeile nach dem österreichischen Autojahr 2024. Die Österreicher würden grundsätzlich keine E-Autos wollen, war die verkürzte Darstellung. Diese Aussage hält einer genauen Analyse allerdings nicht stand. Denn dafür muss man sich ansehen, woher die Rückgänge kommen: Im Volumensbereich der 10 größten (E-)Auto-Anbieter sind -38,3% bei Skoda, -35,5% bei VW und -27,2% bei Cupra zu verzeichen! Insgesamt haben die drei Marken damit um 3.961 E-Modelle weniger neu zugelassen als im Jahr davor. Der gesamte E-Auto-Rückgang im Jahr 2024 betrug lediglich 2.999 Stück (und dabei hat Tesla hier aus anderen Gründen ebenfalls ordentlich Haare lassen müssen)

Sind also die Modelle so schlecht? Ganz sicher nicht, speziell nach dem Software-Update gehören die Fahrzeuge auf der MEB-Plattform zu den besten E-Autos. Woran es also liegt, dass beispielsweise Volkswagen deutlich weniger E-Autos verkauft hat als im Jahr davor, ist jedem klar, der länger als ein paar Monaten im Autogeschäft arbeitet. In kaum einer anderen Branche wird der Absatz so stark von Verkaufsförderungen beeinflusst. 

Einige Importeure haben sich also 2024 – ganz legitim – dafür entschieden, die Verbrenner-Modelle zu pushen und hier Stückzahl zu machen. Denn noch ist es einfacher und günstiger, die konventionellen Antriebe zu fördern.

Der Erfolg hat Ihnen Recht gegeben. Die Aktionen (Rabatte, Boni, Stützungen, Finanzierungsangebote, Eintauschaktionen) haben gewirkt. Speziell wenn Kunden betreffend dem neuen Antrieb noch unsicher sind, hilft letztlich immer der Preis bei der Entscheidung.

Von der anderen Seite betrachtet: BMW hat seinen E-Auto-Anteil kontinuierlich ausgebaut und auf über 37% gesteigert. Die Bayern zählen damit zu jenen Marken, die 2024 (deutlich) mehr E-Autos verkauft haben als 2023, das gilt natürlich auch ganz stark für BYD, aber etwa auch für Volvo mit dem EX30.

Wie geht es jetzt weiter?
Schon vor Jahresende war beim Marketing abzusehen, dass die neuen Flottengrenzwerte das Jahr 2025 prägen werden und so hat sich die Preisgestaltung vielfach geändert. Nun sind – teilweise mit Aktionen – Verbrenner und E-Autos bei vielen Marken annähernd preisgleich.

Was sagt der Jänner?
Die Zulassungszahlen im Jänner 2025 bestätigen nun die Analyse. Der erste Monat des Jahres ist hinsichtlich taktischer Zulassungen eher unverdächtig und hat beim E-Auto-Anteil eine deutliche Kehrtwende gebracht. 

Das ist natürlich sehr stark auf die Flottenziele zurückzuführen. Ob die Diskussionen über Förderungen und Vergünstigungen eher dazu geführt haben, dass manche Kunden noch rasch zugeschlagen haben (Auslaufen der Förderungen, USt-Abzug, NoVA) oder – durch die höheren Kosten im Betrieb (motorbezogene Versicherungssteuer, Sachbezug) – eher von einem Kauf abgehalten wurden, ist schwer abzuschätzen. Dass der Topf nun früher leer ist als vermutet, war jedenfalls im Jänner noch nicht abzusehen.

Die Zahlen sprechen jedenfalls eine klare Sprache: Gegenüber Jänner 2024 sind die E-Auto-Neuzulassungen um 35,4% gestiegen, auf einen Anteil von 18,7%. Überdurchschnittliches Wachstum gibt es bei Renault mit dem R5, bei Hyundai mit starkem E-Push und natürlich weiterhin bei BYD. Aber auch die VW-Strategie geht auf: Cupra (mit neuem Modell) +101,9%, VW +81,34 und Skoda +45,1%.

Der Erfolg der Elektromobilität wird sehr stark vom Engagement der Hersteller beeinflusst, von Preisen, Angeboten sowie Händlerzielen und natürlich von neuen, attraktiven Modellen. Und dieses Engagement steht in enger Verbindung mit den Flottenzielen. Wie elektrisch das Autojahr 2025 wird, hängt also in hohem Maße vom Umgang mit den CO2-Flottenzielen ab, über welche die EU-Kommission Anfang März in ihrem Action Plan für die Autoindustrie entscheidet. Dabei wäre – in jeder Hinsicht – nun etwas Planungssicherheit wichtig.